SAP Build – Optimieren statt improvisieren

In vielen Unternehmen bildet SAP das Fundament der Geschäftsprozesse. Ein leistungsstarkes, zuverlässiges ERP-System, jahrelang eingeführt, sorgfältig konfiguriert und tief im Unternehmen verankert. Für die Kernprozesse ist es eine bewährte und tragfähige Lösung.

Und doch: Sobald man die Kernprozesse verlässt und in jene Bereiche tritt, die SAP nicht oder nur unzureichend abdeckt, ändert sich das Bild grundlegend. Plötzlich regiert nicht mehr das System, sondern der Mensch mit dem Workaround. Prozesse laufen außerhalb des Systems, Entscheidungen hängen in Postfächern fest, Berichte entstehen durch Copy & Paste, Informationen leben in Listen statt im ERP. Daten werden von Hand übertragen – jedes Mal mit dem Risiko, dass dabei etwas verloren geht, falsch gepflegt oder schlicht vergessen wird.

Niemand hat das so geplant. Es hat sich schrittweise so entwickelt. Ein Provisorium hier, eine schnelle Lösung dort, und irgendwann ist aus einer Handvoll Ausnahmen eine parallele Schatten-IT geworden, die still und leise neben dem eigentlichen System mitläuft.

Das ist kein Einzelfall. Es ist die Realität in Hunderten von Unternehmen. SAP ist Pflicht, der Rest ist Improvisation.

Zwischen Systemen, die nicht miteinander sprechen, entsteht manuelle Arbeit: Daten werden doppelt erfasst und doppelt geprüft. Damit verdoppelt sich nicht nur Aufwand, sondern auch die Fehlerquote. IT-Abteilungen sind chronisch überlastet, Fachbereiche warten monatelang auf Lösungen, die sich in Tagen realisieren ließen. Kleinere Digitalisierungsvorhaben werden gar nicht erst angegangen, weil sie als „zu klein“ für ein offizielles IT-Projekt gelten, und das Potenzial bleibt ungenutzt. Compliance-relevante Informationen existieren irgendwo, aber selten dort, wo sie tatsächlich gebraucht werden.

Jede Stunde, die Ihre Mitarbeitenden mit dem manuellen Übertragen von Daten verbringen, ist eine Stunde, die für echte Wertschöpfung fehlt. Multiplizieren Sie diese Stunde mit der Anzahl der Mitarbeitenden, dem Monat, dem Jahr – und aus einem harmlosen Ärgernis wird ein ernstes Effizienz- und Wettbewerbsproblem.

Besonders problematisch ist, dass sich viele Unternehmen durchaus bewusst sind, dass diese Lösungen weder nachhaltig noch effizient sind. Doch solange die Prozesse irgendwie funktionieren, bleibt die Bereitschaft zur Veränderung gering.

Dabei sind Medienbrüche keine bloße Unannehmlichkeit. Sie sind die Stellen, an denen Fehler entstehen, Verantwortlichkeiten verschwimmen und Compliance-Risiken schlummern. Was operativ wie eine Kleinigkeit wirkt, entpuppt sich beim genauen Hinsehen als strukturelles Problem: Wertvolle Arbeitszeit versickert in Routinetätigkeiten, die keinen Mehrwert schaffen, aber auch niemand einfach weglassen kann. Frust bei den Mitarbeitenden wächst. Wettbewerber, die früher digitalisiert haben, reagieren schneller, machen weniger Fehler und skalieren leichter. Und genau hier liegt die eigentliche Gefahr. Nicht die großen, offensichtlichen Fehler bringen Unternehmen in Bedrängnis. Es sind die stillen, unsichtbaren Verluste, die sich Tag für Tag summieren und irgendwann zu einem echten Wettbewerbsnachteil werden.

Die Wurzel der beschriebenen Probleme liegt selten im SAP-Kernsystem selbst. Sie liegt in dem, was drum herum passiert. In den Prozessen, die zu klein für ein IT-Projekt sind, und in den Lücken zwischen Systemen, die niemand offiziell füllt. Genau dort setzt SAP Build an.

SAP Build ist kein einzelnes Tool, sondern ein vollständiges Low-Code/Pro-Code-Portfolio innerhalb der SAP Business Technology Platform (BTP). Der entscheidende Unterschied zu anderen Ansätzen: SAP Build arbeitet nicht neben Ihrem ERP-System, sondern mit ihm. Über standardisierte Konnektoren und APIs greift es direkt auf Daten aus Ihrer SAP-Anwendung zu – ohne Umwege, ohne manuelle Schnittstellen, ohne Datenverlust.

Gleichzeitig ist SAP Build bewusst offen für Drittanbieter-Systeme. Neben SAP-Daten lassen sich auch externe Anwendungen und Services nahtlos einbinden, etwa CRM-, HR- oder branchenspezifische Lösungen. Die Anbindung erfolgt über etablierte Integrationsstandards wie REST APIs, OData-Services oder über die SAP Integration Suite, die als zentrale Integrationsschicht innerhalb der BTP dient. Dadurch können Daten und Prozesse systemübergreifend orchestriert werden – unabhängig davon, ob sie aus der SAP-Welt stammen oder nicht.

Was in einer Build-Anwendung erfasst oder angestoßen wurde, wird somit nicht nur innerhalb von SAP-Systemen verarbeitet, sondern kann entlang kompletter End-to-End-Prozesse auch Drittanbieter-Systeme einbeziehen. Das Ergebnis ist keine weitere Insellösung, sondern eine durchgängige, integrierte Prozesslandschaft, die Silos auflöst und Systeme miteinander verbindet.

Die Grundlage dafür bilden drei eng verzahnte Module innerhalb von SAP Build:

SAP Build Code – der strategische Kern moderner Entwicklung

Build Code bietet Ihnen eine vollwertige Entwicklungsumgebung direkt innerhalb der BTP. Fachbereiche und IT arbeiten auf derselben Plattform. Übergaben werden einfacher, Missverständnisse seltener. Joule, der KI-Copilot von SAP, unterstützt beim Schreiben und Prüfen von Code und schafft so mehr Raum für das Wesentliche. Der Clean-Core-Gedanke bleibt dabei stets gewahrt: Erweiterungen entstehen sauber außerhalb des Kernsystems.

SAP Build Process Automation – Routineaufgaben laufen von allein

Stellen Sie sich vor, ein Genehmigungsprozess startet automatisch, sobald ein Antrag eingeht. Benachrichtigungen werden ohne manuellen Eingriff verschickt und Folgeprozesse werden ausgelöst, unabhängig davon, ob jemand gerade im Büro ist oder nicht. Medienbrüche werden eliminiert, Daten einmal erfasst und überall verfügbar gemacht. Durch Robotic Process Automation (RPA) lassen sich auch Systeme ohne API einbinden – kein System bleibt außen vor.

SAP Build Work Zone – ein Portal, das alles zusammenbringt

SAP Fiori hier, eine externe Anwendung dort, das Intranet woanders. Mitarbeitende verlieren täglich wertvolle Zeit damit, durch verschiedene Systeme zu navigieren. SAP Build Work Zone schafft Ordnung: Als zentrales digitales Arbeitsportal, das alle Anwendungen, Aufgaben und Informationen an einem Ort bündelt – ob auf dem Desktop oder mobil, ob SAP- oder Drittanbieter-Anwendung.

SAP Build Lobby – Wo Lösungen entstehen und verwaltet werden

Damit all diese Werkzeuge nicht selbst zur nächsten Insellösung werden, verbindet die SAP Build Lobby alles miteinander. Sie ist die zentrale Steuerungsoberfläche für alle SAP Build-Projekte, unabhängig davon, welches Modul im Hintergrund arbeitet. Alle Projekte werden an einem Ort verwaltet, Fortschritt und Verantwortlichkeiten sind jederzeit transparent. Kein Projekt verschwindet mehr in der Schublade.

Mit SAP Build Apps bot SAP ursprünglich ein eigenständiges No-Code-Tool, mit dem Fachbereiche ohne tiefgehende Programmierkenntnisse schnell eigene Anwendungen erstellen konnten. Seit März 2026 wird Build Apps jedoch nicht mehr strategisch weitergeführt. Der Fokus liegt nun auf SAP Build als die gebündelte Plattform für Entwicklungen mit Low-Code, Pro-Code und Prozessautomatisierung.

Für bestehende Kunden bleibt SAP Build Apps als Standalone-Tool bis zum Ende des aktuellen Vertrags vollständig nutzbar und unterstützt. Frontend-Projekte, welche mit Build Apps entwickelt wurden, werden allerdings nicht direkt in das gebündelte SAP Build Umfeld übernommen, und Backend-Daten müssen manuell exportiert und in die neue Plattform importiert werden. Es empfiehlt sich dementsprechend, zu prüfen, welche bestehenden Anwendungen migriert oder neu aufgebaut werden sollen.

Für neue Kunden und Projekte bedeutet die Umstellung, dass sämtliche Entwicklungen direkt auf der zentralen Build-Lösung umgesetzt werden sollten.

Unternehmen, die SAP Build einsetzen, gewinnen mehr als effizientere Prozesse. Entwicklungszeiten, die bisher in Monaten gemessen wurden, reduzieren sich ohne Abstriche bei Qualität oder Integration auf Wochen oder sogar Tage. IT-Teams gewinnen den Freiraum, sich auf strategisch relevante Aufgaben zu konzentrieren. Führungskräfte treffen Entscheidungen auf Basis verlässlicher, aktueller Daten – nicht auf Basis von Tabellen, deren Aktualität niemand garantieren kann.

Der eigentliche Wert von SAP Build liegt nicht in den einzelnen Modulen, sondern in ihrem Zusammenspiel. Anwendungsentwicklung, Prozessautomatisierung, digitale Arbeitsumgebung und professionelle Entwicklung greifen nahtlos auf einer Plattform ineinander, und das vollständig integriert in das SAP-System, das Ihr Unternehmen bereits trägt. Das Ergebnis ist kein weiteres System neben dem bestehenden. Es ist eine Grundlage, auf der Ihr Unternehmen die Lücken schließt, die sich über Jahre still und leise geöffnet haben. Strukturiert, nachhaltig und ohne den Aufwand eines klassischen IT-Großprojekts.

Sie wissen, wo es in Ihren Prozessen hakt, aber der richtige Einstiegspunkt ist unklar? Als erfahrener SAP-Partner kennen wir beide Seiten: Die technischen Möglichkeiten der Plattform und die betriebswirtschaftliche Realität unserer Kunden. Wir nehmen uns die Zeit, Ihre Prozesse zu verstehen, und setzen gezielt dort an, wo das größte Potenzial liegt.


Mark Müller

Segment Manager
m.mueller@smf.de

Mark Müller

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